EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
09. Juni 2026
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Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist in Kraft
Seit dem 7. Juni 2026 gilt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Sie ist eine der bedeutendsten Veränderungen im Arbeitsrecht der letzten Jahrzehnte. Für HR- und Finance-Teams in Deutschland bedeutet das neue Pflichten, neue Risiken und konkreten Handlungsbedarf. Viele Unternehmen wissen noch nicht genau, was auf sie zukommt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick.
Was die Richtlinie fordert
Die Richtlinie schafft Pflichten in drei Kernbereichen.
Entgelttransparenz im Hiring
Stellenanzeigen müssen künftig Gehaltsspannen enthalten. Arbeitgeber dürfen Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr nach der Gehaltshistorie fragen. Das Ziel ist, Vergütungsungleichheit bereits ab dem Einstellungszeitpunkt zu verhindern.
Pay Reporting
Unternehmen müssen regelmäßig über Gehälter und geschlechtsspezifische Gehaltslücken berichten. Jede Lücke über 5 Prozent muss dokumentiert und mit objektiven Gründen gerechtfertigt werden. In Deutschland kommen die ersten Berichte voraussichtlich ab Juni 2027.
Auskunftsrecht
Beschäftigte können Daten zu ihrer Vergütung im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Rollen anfordern. Unternehmen brauchen Workflows, die solche Anfragen präzise und konsistent beantworten.
Was Deutschland besonders macht
In Deutschland gibt es eine Besonderheit: Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) existiert bereits seit 2017. Die EU-Richtlinie geht jedoch deutlich weiter, mit niedrigeren Schwellenwerten, strengeren Auskunftsrechten und systematischer Berichtspflicht. Das bestehende deutsche Recht wird entsprechend angepasst.
Die häufigsten Fehler bei der Umsetzung
Viele Unternehmen behandeln die Richtlinie als reines Reporting-Problem. Das greift zu kurz. Wer nur versucht, die Berichtspflichten formal zu erfüllen, ohne die zugrundeliegende Vergütungsstruktur zu überarbeiten, wird scheitern. Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie werden die Pflichten erfüllt? Sondern: Wie wird die passende Infrastruktur aufgebaut?
Ein weiterer häufiger Fehler ist, zu warten. Die ersten Pay-Reports sind zwar erst 2027 fällig, aber die Daten, Strukturen und Dokumentationen, auf die sich Unternehmen dabei stützen, müssen jetzt aufgebaut werden.
Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten
Schritt 1: Gehaltsbänder formalisieren. Ohne klare, dokumentierte Gehaltsbänder ist weder compliant einstellen noch reporting-fähig werden möglich.
Schritt 2: Jobarchitektur prüfen. Auskunftsanfragen von Beschäftigten setzen voraus, dass vergleichbare Rollen klar definiert und konsistent angewendet werden. Uneinheitliche Jobarchitekturen werden zum Compliance-Risiko.
Schritt 3: Datenbasis schaffen. Pay-Gap-Reporting braucht saubere, vergleichbare Daten über die gesamte Belegschaft hinweg. Wer mit mehreren HRIS- oder Payroll-Systemen arbeitet, muss diese jetzt zusammenführen oder synchronisieren.
Schritt 4: Lokale Besonderheiten einbauen. Die Richtlinie gilt EU-weit, aber die Umsetzung variiert nach Land. Unternehmen mit Aktivitäten in mehreren EU-Staaten brauchen ein globales Framework mit lokaler Anpassbarkeit.
Warum das Thema jetzt besonders relevant ist
Neben dem rechtlichen Druck gibt es einen weiteren Grund zu handeln: Pay Equity ist zu einem zentralen Faktor geworden, wo Talente in Europa arbeiten möchten. Unternehmen, die die Richtlinie nicht nur als Pflicht, sondern als Chance verstehen, faire Vergütung transparent zu machen, gewinnen einen echten Vorteil bei Recruiting und Mitarbeiterbindung.
Mehr zu den konkreten Anforderungen und einen praxisnahen Handlungsplan gibt es im kostenlosen Webinar von Deel am 23. Juni 2026.
Jetzt kostenlos anmelden: EU-Entgelttransparenz Webinar
Am 23. Juni 2026 erklären Dr. Michaela Felisiak und Dr. Dominik Sorber live, was die Richtlinie für Unternehmen in Deutschland bedeutet, mit offener Q&A Session. Start: 14:00 Uhr MEZ.

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